Planetary Health - Problemlösungskapazität für die "Gesundheit der Erde"

Ein zentraler Ansatz Punkt der Terramedicine ist ein intensives globales Capacity Building für ein wirksames globales Problemlösungssystem.   Es geht um die Fortentwicklung der globalen Problemlösefähigkeit, die wissenschaftlich und medizinisch eine neue epistimische Struktur bedarf. Alles bisherigen Disziplinen und Ansätze  können die Funktion der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Vulnerabilitäten und daraus resultierenden exogenen Krankheiten -  nicht oder nur unzureichend erfüllen.

Es geht darum, ein globales Therapiesystem aufzubauen, welches in Theorie und Praxis in der Lage ist, die globalen Probleme wirksam zu lösen. Völkerrechtlich normative Grundlage ist hier insbesondere Prinzip 7 der Rio-Erklärung. Die Terramedizin muss dabei über eine Problemlösungskapazität verfügen, welche bis zum Jahr 2050 um viele Faktoren  wirksamer ist, als alle heutigen Ansätze. Hierzu müssen wesentlich stärkere Instrumente für die globale Diagnose und Therapie eingesetzt werden. Eine Option ist der Aufbau eines Terramedical Operating System, welche Grundlage für die Postnachhaltigkeitsphase ab 2017 sein könnte (Stappen 2006).

Ein zentrale Option in dieser Strategie ist die weltweite Ausbildung von über 500.000 Terramedizinern bis 2050, d.h. für je 10.000 Einwohner ein Terramediziner. Für Deutschland sind dies ca. 8.000 Terramediziner.   Vorraussetzung hierfür ist die institutionelle Verankerung als Studium an den Universitäten, sowie ein internationales Approbationsverfahren.

Ein weiteres Element des Capacity Building   ist das von Crutzen, Clark und Schellnhuber vorgeschlagene "Hilbertian Program for Earth System Science " (Clark 2005).

Referenzen:

Clark, William C., Paul J. Crutzen, and Hans J. Schellnhuber. 2005. “Science for Global Sustainability: Toward a New Paradigm.” CID Working Paper No. 120. Cambridge, MA: Science, Environment and Development Group, Center for International Development, Harvard University; also published as Ch. 1 in Earth System Analysis for Sustainability. Edited by Hans Joachim Schellnhuber, Paul J. Crutzen, William C. Clark, Martin Claussen, and Hermann Held. Cambridge, MA: MIT Press.

Franz von Assisi Akademie: Altmühltal Agenda 21 - Aktionsprogramm und Projekte für ein zukunftsfähiges Altmühtal. Abschlußbericht. Eichstätt 1999

Schellnhuber,J H (2004): Earth System Analysis for Sustainability.Dahlem Workshop Reports. The MIT Press, Cambridge

Schellnhuber, H J (1999). “'Earth system' analysis and the Second Copernican Revolution”. In: Nature,. Vol. 402 (1999), pp. C19-C23

Stappen, R.K.  (2006): A Sustainable World is Possible. Der Wise Consensus: Problemlösungen für das 21. Jahrhundert. S.51-54 (Exkurs zu Nachhaltigkeitswissenschaft)